Ausgangspunkt von AUPIK

In Deutschland und anderen Ländern werden chronisch kranke und technikabhängige Patient*innen aller Altersgruppen häufig von
ambulanten Pflegediensten in Privathaushalten oder Wohngemeinschaften betreut. In Krisen und Katastrophenfällen sind sie besonderen Risiken ausgesetzt. Diesen zu begegnen stellt Pflegedienste und Katastrophenschutzstrukturen gleichermaßen vor erhebliche Herausforderungen. Hieraus ergibt sich eine potenzielle Versorgungslücke, die das Forschungsprojekt AUPIK bearbeitet.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021 | Foto: Adobe Stock/Kwerfeldt

Die Ziele von AUPIK

Das Forschungsprojekt AUPIK zielt auf die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) häuslicher Pflegearrangements in
Krisen- und Katastrophenfällen ab. Dies wird durch die Stärkung
der ambulanten Pflegeinfrastruktur, die Sensibilisierung des Katastrophenschutzes für seinen Beitrag bei der Aufrechterhaltung
der pflegerischen Versorgung sowie durch die Kooperation von
Katastrophenschutz und Pflege angestrebt.

Die Arbeitsschwerpunkte in AUPIK

Die Projektpartner führen unter anderem Interviews mit
Vertreter*innen aus den Bereichen Pflege und Katastrophenschutz
und mit weiteren Behörden und Organisationen, die für die pflegerische
Versorgung relevant sind. Basierend auf den Befragungen
werden unter anderem Informations- und Bildungsmaterialien
für Pflegende und Einsatzkräfte aus dem Katastrophenschutz
entwickelt. Ein weiteres Projektergebnis sind zu formulierende Handlungsempfehlungen für die Politik. Zu beantwortende Fragen
sind diesbezüglich unter anderem: Welche Akteur*innen müssen wie interagieren? Welche Weichen können von den Akteur*innen auf lokaler, regionaler, Landes- und Bundesebene gestellt werden?

Die Modellregion Magdeburg

Um eine möglichst große Praxisnähe zu gewährleisten, führt
das Projekt AUPIK seine Forschungsarbeiten in einer Modellregion
durch. Hierfür wurden aufgrund ihrer Strukturen die Stadt
Magdeburg sowie ihr Umland gewählt.

Das Projektkonsortium

Universität Tübingen

Das Projekt AUPIK versteht sich als transdisziplinäres Forschungsprojekt, in dem sowohl Forschungseinrichtungen als auch Anwendungspartner*innen zusammenarbeiten. Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen koordiniert das Konsortium. Es befasst sich innerhalb von AUPIK vor allem mit strukturellen Fragen der Vernetzung von ambulanten Pflegeinfrastrukturen und Katastrophenschutz sowie mit den übergeordneten ethischen Fragestellungen.

Deutsche Rote Kreuz Generalsekretariat (DRK)

Das Deutsche Rote Kreuz Generalsekretariat (DRK) ist als
Nationale Hilfsgesellschaft Endandwenderin in AUPIK. Es
entwickelt Strategien sowie Informations- und Bildungsmaterial
für Hilfsorganisationen zur Unterstützung ambulanter Pflegedienste in Katastrophen. Zudem entwickelt das DRK ein Pilotkonzept für die vorübergehende Zentralisierung der Pflege im Rahmen eines „Betreuungsplatzes Pflege“.

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) der Charité – Universitätsmedizin Berlin bringt die pflegewissenschaftliche Expertise in den Verbund ein und befasst sich primär mit den Voraussetzungen und der Entwicklung von Maßnahmen zur stärkung ambulanter Pflegedienste.

Vincentz Network

Das Vincentz Network ist als pflegerischer Weiterbildungsanbieter
und Fachverlag als unternehmerischer Umsetzungspartner*in an AUPIK beteiligt. Im Projekt ist das Vincentz Network für die didaktische Entwicklung und praktische Umsetzung der Schulungsdemonstratoren (z. B. in Form von E-Learning-Modulen) verantwortlich.